Lebe dein Lebens als wärst du ein Sim

Allgemein Bewusstsein

Kennst du das Computerspiel „The Sims“? Zugegeben, ich vergleiche in letzter Zeit oftmals unseren Weg mit Computerspielen. So lassen sich bestimmte Dinge jedoch am besten erklären. Die Tage dachte ich darüber nach, wie viele Stunden Menschen damit verbringen, ihren Sim oder ihren Tamagotschi zu pflegen. Sie selbst kommen dabei meist zu kurz. Für all jene, die das Computerspiel nicht kennen, eine kurze Erklärung.

Der Spieler startet in einer Welt wo scheinbar alles möglich ist. Zu Anfang gestaltet jeder seine Spielfigur wie er möchte. Danach erwirbt man ein Haus und zieht darin ein. Nun beginnt das Überleben in der Welt der Sims. Man trifft auf Nachbarn, Arbeitskollegen und Menschen im Restaurant. Obwohl bei den Sims nicht wirklich gesprochen wird, findet dennoch Austausch statt. Der Spieler übernimmt quasi die Rolle des Sims und kann mit diesem interagieren. Kommt ein Nachbar zu Besuch, kann der Spieler ihn hereinlassen, ihn wegschicken, ihn schimpfen, umarmen, flirten oder einfach nur mit ihm quatschen. Wie im wahren Leben reagieren die Sims darauf mit Ablehnung oder mit Begeisterung. Nebenbei gilt es die Bedürfnisse der Sims zu befriedigen. Sie müssen essen, schlafen und sich sauber machen. Wer ohne Cheats spielt, muss außerdem Arbeiten gehen oder anderweitig Geld verdienen. Wie im wahren Leben, versteht sich.

Die Sims möchten gepflegt werden. Aus Freundschaften werden Beziehungen, aus Beziehungen entstehen Kinder. Werden die Beziehungen nicht gepflegt, gehen sie auseinander oder die Laune beginnt zu sinken. Die künstliche Intelligenz ist hier ziemlich weit fortgeschritten.

Die Bedürfnisse der Sims befriedigen

Ein Punkt in diesem Spiel gefällt mir besonders gut – die Bedürfnisanzeige. Diese zeigt auf, wann der Sim müde wird, Hunger hat, ihm Kontakte fehlen, die Laune verliert oder schmutzig ist. Der Spieler ist quasi den ganzen Tag damit beschäftigt, die Bedürfnisanzeige im grünen Bereich zu halten, weil er genau weiß, der Sim ist nur dann überlebensfähig, wenn die Launenanzeige positiv ist. Sinkt diese in den Keller, gehen die Beziehungen auseinander, es passieren Fehler auf der Arbeit oder der Sim wird krank. Es scheint das natürlichste überhaupt zu sein in der virtuellen Welt dafür zu sorgen, dass es dem Sim gut geht. Warum frag ich mich, tun wir das nicht auch mit uns selbst? Warum lassen wir uns gehen? Sinkt die Launenanzeige im Computerspiel, tut der Spieler sofort alles, dass diese wieder nach oben geht. Im wahren Leben machen die meisten Menschen genau das Gegenteil davon. Sie schmollen noch weiter, bis die Energie sinkt und sinkt.

Für mich sind Spiele wie „The Sims“ ein soziales Experiment, die schockierende Seiten an uns offenbaren. Erschreckend in dem Sinn, dass wir uns scheinbar um andere besser kümmern als um uns selbst. Wir kreieren im Computer unsere Traumwelt, weil uns diese im realen scheinbar fehlt. Dabei hätten wir all die Möglichkeiten, dies auch im realen Leben zu verwirklichen. Wir müssen bloß anfangen unser Leben in die Hand zu nehmen, genauso wie wir die Figur im Spiel führen. So funktioniert das Leben. Tun wir das nicht, spielen wir unser Leben auf Autopilot und dann kommt dabei das raus, worüber wir uns ständig ärgern. Irgendwer muss uns auf diesem Schachbrett schließlich weiterschieben, wenn wir es nicht selbst tun.

Die Frage ist berechtigt! Lassen wir uns verführen oder spielen wir unser Leben bereits selbst?

NAMASTE

Caroline

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