Ich hätte den Holocaust nicht überlebt

Bewusstsein

Heute schreibe ich über ein ernstes Thema, welches die Tage bei mir ziemlich präsent war. Irgendwie kam ich auf den Film Anna Frank auf Amazon und dann begann meine Reise in die Vergangenheit. Ich guckte mir zahlreiche Kriegsfilme an, und fing an über die Geschichte zu lesen. Natürlich wurde ich darüber bereits in der Schule informiert. Wir besuchten auch Mauthausen und Co. Es war damals wie heute schrecklich für mich, doch jetzt erschüttert es mich noch mehr. Nicht, dass es weniger schlimm wäre, aber mir wurde erst jetzt richtig bewusst, dass nicht nur Juden und Straftäter im Lager landeten. Es waren alle, die anders waren. Systemkritiker, Homosexuelle, behinderte Menschen und alle die anders waren. Mir war klar, dass diese Randgruppen zu dieser Zeit nicht viel zu sagen hatten, aber ich wusste nicht, dass so viele ins Lager mussten.

Ich stieß auf den Film „Das Mädchenorchester von Auschwitz“, der mich irgendwie total berührte. Darin erzählte eine Frau einer anderen, dass sie sich hier im Lager in eine Frau verliebte. Irgendwie lief mir kalter Schauer über den Rücken. Vor allem deswegen, weil die Dirigentin irgendwas ausstrahle, wo ich mir dachte, jemand ist in sie verliebt. Klingt total schräg wiedermal. Ich fragte mich, ob dies nun pure Schauspielkunst war oder ob ich das irgendwann wirklich erlebte. Jene, die im Mädchenorchester waren hatten Glück, weil sie den ganzen Tag spielen durften und somit der Gaskammer entkamen. Glück im Unglück, in einer schrecklichen Zeit.

Weiteres sah ich eine Dokumentation über Mütter, die im Lager Kinder bekamen. Sie und die Kinder überlebten die Zeit und wurden interviewt. Warum erzähle ich das alles, warum schreibe ich über all das? Mir wurde bewusst, wie viel Glück ich habe, dass wir JETZT so frei leben dürfen. Wäre ich, wie ich jetzt bin in dieser Zeit an diesem Ort aufgewachsen und hätte ich so gelebt wie jetzt, wäre ich sicher deportiert worden.

Tragen wir die Angst immer noch in uns?

Wie wir alle wissen, wir alle sollen uns an die Zeit erinnern, dass so etwas nie wieder geschieht. Wir alle sind Menschen und sollten jeden einzelnen mit Respekt behandeln. Doch dies hier soll keine politische Diskussion werden. Über Politik diskutiere ich grundsätzlich nicht, weil bei solchen Diskussionen immerzu Hass produziert wird, weil immer irgendwer gegen den anderen ist. Ich möchte jedoch ein wichtiges Thema anmerken, dass uns alle irgendwie betrifft. Ein Thema, dass direkt im Krieg Thema war und auch viele Jahrtausende davor. – Wir durften nie so sein, wie wir sind. Ein Thema, welches auch heute noch in vielen Ländern dieser Erde präsent ist. Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele Mitbürger immer noch Angst haben ihre Meinung zu äußern, weil es Konsequenzen haben könnte. Es liegt eventuell noch in den Genen, weil unsere Großeltern dafür einstanden und bestraft wurden. Oder es sind die Erinnerungen an die Zeit, wo man für alles bestraft wurde.

Freilich leben wir in einer Zeit, wo wir abgehört werden und wo bestimmte Meinungen kein gutes Licht auf einen werfen. Gewisse Regeln müssen wir auch heute noch beachten und manche Gedanken sollte man für sich behalten. Jedoch gibt es Dinge, die wir mittlerweile offen ausleben dürfen, ohne dass wir Angst haben müssen. Wir, zumindest in Deutschland, Österreich und in der Schweiz dürfen Klamotten tragen, die wir möchten, wir dürfen uns unsere Religion aussuchen, wir dürfen lieben wen wir möchten, wir dürfen arbeiten wie wir möchten. Seinerzeit wären wir Berater, Kartenleger, Heilpraktiker und Co alle im Lager gelandet.

Heute sind wir frei, wir leben in freien Ländern, wo man so sein kann, wie man ist. Dafür sollten wir mehr als Dankbar sein. Homosexuelle und körperlich oder geistig einschränkte Personen werden nicht bestraft, sondern gefördert. Wir dürfen uns frei bewegen, andere Länder besuchen und das Leben genießen. Ich wünsche mir von Herzen, dass auch alle anderen Länder dieser Erde aufwachen und endlich menschenwürdig agieren. Ich DANKE von Herzen, dass ich soviel Glück hatte !!!

Ich bewunderte die Frauen und Männer, wie viel Mut sie hatten, Überlebenswillen. Mütter die im Lager Kinder bekamen, ihre Kinder beschützten, sich trotz der aussichtslosen Lage immer wieder sagten. Ich lebe nur noch von Minute für Minute. Diese Momente sollten wir uns in Erinnerung behalten, wenn wir wieder einmal aufs Handy starren und auf einen Anruf warten oder uns beschweren, weil die U-Bahn zu spät kommt. Wir LEBEN und auch derjenige, den wir lieben, er lebt. Wo auch immer er lebt, mit wem auch immer. Wir leben, lieben und genießen diesen Planeten.

Ich musste meine Gedanken niederschreiben, und sage hiermit DANKE

NAMASTE

Caroline

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