Die Kaffeehaus Nomadin zieht durch Wien

Allgemein Kaffeenomadin bloggt

Mein neuer Blog ist online und er benötigt natürlich Inhalt. Ich starte heute mit einem Thema, das nicht unbedingt der Hauptbereich meiner Seite ist. Dennoch passt es zu meiner neuen Webseite. Zur Zeit fühle ich mich als hätte ich einen Quantensprung gemacht. Als hätte sich eine Türe in eine neue Dimension geöffnet, wo sich ganz neue Aufgaben, Erfahrungen und Möglichkeiten verstecken.

Ohne viel drumherum zu reden. Als Selbstständige kann ich quasi arbeiten wo ich möchte und dies ist meist in Kaffeehäuser. Dort lässt es sich am besten schreiben und trotz der Menschenmengen, die noch dazu durcheinander quatschen, kann ich mich am besten konzentrieren. Einzige Voraussetzung die ich benötige: Eine bequeme Sitzgelegenheit, wo ich zwei bis drei Stunden lang sitzen kann. Nun, ich lebe in Wien, bin in Wien geboren und kenne die Wiener Kaffeetradition durchaus. Ich liebe den Alt-Wiener Charme mit seinen grantigen Kellner und alles was dazu gehört. Treffe ich mich mit Freunden, bevorzuge ich solche Lokalitäten, weil es urig und gemütlich ist. Anders schaut die Sache aus, wenn ich arbeiten möchte. Grantige Kellner, die mich zehn Mal in der Stunde fragen, ob ich noch etwas trinken möchte sind mir dabei ein Graus, ebenso die harten Holzstühle, wo einem der Hintern nach 20 Minuten weh tut. Deswegen trenne ich die beiden Bereiche strickt.

Vom Wiener Charme bis zur amerikanischen Kultur

Man trifft mich durchaus im Landtmann, im No-Name-Kaffeehaus, im berühmten Sacher, aber auch in der Coffeeshop Company und im Starbucks. Ja, ich böse Wienerin gehe ab und an ins Starbucks. Sorry for that. Aber mir schmecken die Getränke dort einfach, ob man diese nun als Kaffee betitelt oder nicht, sei dahin gestellt. Manche behaupten, dass der Kaffee dort teuer sei. Einen halben Liter Cafe Latte um 4 Euro oder einen Filterkaffee um 2 Euro finde ich persönlich im Rahmen. Den Filterkaffee darf man sogar kostenlos nachfüllen lassen und es sagt niemand etwas, wenn man sich ein paar Stunden auf den gemütlichen Sitzgelegenheiten ausbreitet. Starbucks ist bekannt dafür, dass hier viele junge Menschen lernen, arbeiten oder sich austauschen.

Über diese amerikanische Kaffeehaus-Kette wird oftmals geschimpft. Angeblich müssen sie keine Steuern zahlen und deswegen wird sie oftmals von anderen boykottiert. Ganz ehrlich. Bis lang war das für mich eine Win-Win-Situation. Wo bekomme ich einen Kaffee in Wien um 2 Euro, den ich mir so oft nachfüllen lassen darf wie ich möchte und eine so bequeme Sitzgelegenheit? Inklusive Strom und Free-Wlan. Starbucks war bislang mein Büro, wo ich mich wohlfühlte, und wo ich stundenlang Arbeiten konnte. Man könnte mir jetzt vorwerfen, dass ich stundenlang nichts konsumiere. Generell teilte ich es mir so ein. Blieb ich nur ein bis zwei Stunden, bestellte ich mir einen Filterkaffee. Manchmal blieb ich auch länger und da nehme ich von Haus aus ein größeres Getränk, oder bestelle mir etwas zu Essen dazu. Ich will schließlich nicht nur Nehmen, sondern auch geben.

Meine kleine Starbucks Welt brach zusammen

Seit letzten Samstag sollte meine kleine Starbucks Welt zusammen brechen. Gut gelaunt fuhr ich gegen Mittags in mein Stamm Starbucks im 1. Bezirk Wien. Ich mochte das Ambiente, allen voran im Sommer, weil sich hier Räumlichkeiten im Kellergewölbe befanden und die Temperaturen ziemlich angenehm sind. Es ist geräumig und Platz für viele Menschen. Es war mein Lieblingskaffee, bis an diesem Tag, wo ich die Welt nicht mehr fassen konnte. Wie die anderen hunderte Mal betrete ich das Lokal und bestelle mir einen Short-Filterkaffee. Es handelt sich dabei um die kleinste Größe die es gibt. Umgerechnet etwa eine Tasse voll, wie man es so kennt. Ich reiche der Barista meinen Starbucks-Tumbler und bekomme zu hören: „Dies ist aber kein kleiner Tumbler.“. Dies in einem Ton, der dir alles weg fetzt und an Unfreundlichkeit nicht zu übertreffen ist. Freundlich bleiben fiel mir hier sichtlich schwer. Ich antwortete mit „Soll ich mir ernsthaft für jede Kaffeegröße einen eigenen Becher kaufen?“. Anmerkung: Dieser Starbucks-Tumbler hat mich bereits über 10 Euro gekostet. Sie starrt mich wiederum böse an, der Barista daneben der kassierte, war entsetzt, sagte aber nichts. Vielleicht war es die Chefin, ich weiß es nicht, jedenfalls fügte ich dann noch laut hinzu, dass ich sicherlich schon 3000 Euro hier gelassen habe und es eine Frechheit finde, dass man so behandelt wird. Es sollte doch vollkommen egal sein, wie groß der Becher ist. Jede andere Starbucks Barista schaffte es bisher den Filterkaffee da rein zu schütten. Manche waren so großzügig und füllten sogar den ganzen Becher voll, was ich gar nicht wollte. Weil dann kein Platz mehr für die Milch übrig blieb.

Ich glühte über, ich bezahlte und musste mich draußen fangen und gleich einmal eine Freundin anrufen. Es gab schon lange keine Situation mehr in meinem Leben, die mich so aus der Fassung brachte. Nun gestern wurde mir klar, irgendetwas will mir das Sagen. Hallo – Caroline – ziehe weiter und schau dir eine neue Location an. Wahrscheinlich war ich wirklich schon zu bequem und habe mich irgendwo niedergelassen, wo ich gar nicht hingehörte. Deswegen kam mir gestern die Idee, nun mehrere Kaffeehäuser in Wien zu testen und dann auf diesem Blog hier zu veröffentlichen. Diesen Artikel schreib ich gerade zuhause im Bett, bei geöffneten Fenster. Draußen regnet es und der selbstgemachte Filterkaffee steht daneben.

 

So funktioniert es auch manchmal. In Zukunft wird es hier mehr zu lesen geben, auch wenn ich euch nicht den Kaffeegeruch diverser Röster über das Internet schicken kann, werd ich euch gerne an meinen Erfahrungen teilnehmen lassen. Für alle, die in Wien zu Besuch kommen und mal ganz andere Alternativen suchen als die, die man sowieso kennt. Für Freiberuflicher wie mich, die das Kaffeehaus als Büro sehen und Abwechslung suchen und für alle anderen Wiener, die einfach mal erfahren möchten, was es sonst so gibt. Schaut immer wieder vorbei und wenn jemand einen coolen Kaffee Laden kennt, nur her damit 😉

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