Helfen macht krank – achte auf deine Impulse

Im ersten Moment mag der Titel dieses Artikels ein wenig egoistisch klingen, dennoch steckt viel Wahrheit in diesem Thema. Kennst du den Moment, du bist super gut drauf und hast einen wahrhaftigen Höhenflug? Dann kommt auf einmal deine beste Freundin und heult sich bei dir aus. Liebeskummer deluxe. Einige Tage lang tröstest du sie. Ihr geht es besser und dann wieder nicht. Du wiederholst deine Worte immer wieder, und es ist eine Selbstverständlichkeit, dass du hilfst. Wahre Freunde helfen einander, keine Frage. Doch irgendwann verwandelt sich die bedingungslose Hilfe, in einen wahrhaftigen Zwang, der zur Aggression führt.

Sicher kennst du die Momente. Zu Anfang fühlt sich die eigene Hilfe noch wunderbar an. Man hat genug Energie und möchte diese auch gerne teilen. Man fragt nach und will helfen. Doch irgendwann fühlt sich die eigene Energie nicht mehr gut an. Man versucht dem Thema schon auszuweichen und wird im Gespräch direkter, man sagt, man will darüber nicht mehr diskutieren. Das Gegenüber denkt sich natürlich, dass er nicht geliebt wird. Schließlich ist man für jemanden da, den man liebt und das 24 Stunden am Tag.

Doch irgendwann geht es nicht mehr. Ich hab sogar das Gefühl, wenn man sich zu lange in solche Diskussionen einlässt, wird man nach und nach in der Schwingung runter gezogen. Der Energielevel sinkt, man wird nervös, aggressiv und persönlich. Das persönliche Schutzschild stellt sich auf, die Belastung kann nicht mehr verarbeitet werden.

Jede zwischenmenschliche Kommunikation, sei diese nun positiv oder negativ, hat immer eine Auswirkung auf die Schwingungsebene. Wenn jemand negativ denkt oder Kummer hat, zieht er einen natürlich hinunter. Jemand, der positiv denkt und fröhlich drauf ist, zieht die Schwingung nach oben. Deswegen fühlt man sich mit Kummer bei einer positiven Person wohler. Doch man sollte aufpassen, dass man die positive Person nicht überstrapaziert.

Befindet sich Person A auf einer ganz anderen Ebene als Person B, kommt es noch schneller zu Diskussionen. Ein gutes Beispiel aus der Praxis. Person A lenkt sich mit dem Job ab, ihr geht es gut und sie hat viel Erfolg damit. Person A will zur Zeit nichts von der Liebe oder Beziehungen wissen. Dann kommt Person B und erzählt dauernd von ihren Beziehungsproblemen. Person A hört gerne zu, wird aber im Endeffekt wieder daran erinnert, dass sie keine Beziehung hat und wird dadurch unglücklich. Die Jobenergie wird weniger und weniger, das loslassen von dem Beziehungsthema wird immer schwieriger, weil man ständig daran erinnert wird.

Ähnlich verhält es sich mit Krankheiten. Jemand der gesund werden möchte, will nicht die ganze Zeit über das Thema Krankheiten sprechen. Weil das loslassen im Endeffekt nicht mehr funktioniert. Das alles geht vom Gehirn aus, direkt weiter ins Unterbewusstsein. Wenn man ständig über ein Thema spricht, wird es zum eigenen Thema. Das kennen wir doch alle irgendwie.

Sei egoistisch und steig aus dem Gespräch aus, wenn es sein muss

Wenn du nicht mehr kannst, dann kannst du nicht mehr. Du hast das Gefühl, deine Kehle ist zugeschnürt, du bekommst keine Luft mehr zum Atmen und man nimmt dir Energie. Dann verlasse das Gespräch und diskutiere nicht mehr weiter. Wenn Aggressionen dazu kommen, ist es meist schon zu spät. Es fallen persönliche Beleidigungen oder Giftpfeile, die du an das Gegenüber schießt. Obwohl du es gar nicht so meinst. Das Problem ist, dass viele nicht verstehen, dass man irgendwann nicht mehr zuhören kann, weil keine Kraft mehr vorhanden ist. Menschen unterhalten sich eigentlich nur deswegen, weil sie Energie benötigen. Es geht weniger um die Worte, sondern um die aufbauende Energie. Hat jemand Liebeskummer, besitzt dieser wenig Energie. Die beste Freundin gibt ein wenig Energie ab und schon fühlt sich die andere besser. Es ist immer ein Geben und Nehmen. Doch irgendwann funktioniert es einfach nicht mehr.

Zum Tanken solltest du aussteigen und dich mit anderen Dingen beschäftigen. Am besten sagst du dazu, dass du keine Kraft mehr hast. Leider kommt es meistens so an, als hätte man generell kein Interesse, aber dem ist nicht so. In Akut-Situationen, wie bei einem Todesfall oder bei wirklich schlimmen Liebeskummer, ist man natürlich da, auch wenn man seine eigene Energie dafür opfert. Doch irgendwann muss das Gegenüber auch lernen, wieder selbst Energie zu produzieren.



Loslassen ist auf beiden Seiten wichtig. Wird jedoch ein bestimmtes Thema ständig durchgekaut, kann dies für das Gegenüber belastend wirken, auch dann, wenn der Betroffene dadurch seine Antworten bekommt. Nur sollte man in diesem Fall, die Sache mit sich selbst ausmachen. Warum wirkt es für das Gegenüber belastend? Weil es auf gewisse Fragen einfach keine Antworten weiß. Man fühlt sich im Zwang, etwas zu sagen, auch wenn keine direkte Antwort erwartet wird. Es ist natürlich, dass man helfen und gemeinsame Lösungen finden möchte. Manche Menschen können hier gut abschalten, anderen, die stets bedacht sind zu helfen, tun sich schwer, einfach nichts zu tun.

Und auch wenn man nichts sagt, es zieht einem persönlich runter, weil Fragen generell immer mit Zweifel verbunden sind. Zweifel = Negativenergie. Wir reden uns selbst oft ein, dass wir nicht zweifeln. Gut, dann ist es kein Zweifel, aber generell gilt, wenn sich die Gedanken ständig um eine bestimmte Sache drehen, dann ist dies negativ und nicht positiv. Einzige Ausnahme, man ist verliebt und denkt die ganze Zeit positiv an den Liebsten oder man denkt an den Erfolg und die Glückseligkeit. Dauernd darüber nachdenken, ob Person XY einen noch mag, ist Zweifel, Angst und Nicht loslassen können. Das Gegenteil von Vertrauen, somit negative Energie. Je mehr Zweifel, desto weiter geht die Spirale abwärts.

Widersprechen führt zur negativer Energie

Besonders mühsam ist es für Person A, die Person B aufbauen möchte und diese einem ständig widerspricht. Irgendwann überwiegt das Negative und Person A glaubt selbst daran, dass es negativ ist. Wieder ein Grund mehr, warum langsam aber doch, die Energie schwindet. Hier hat jeder seine eigene Toleranzgrenze. Manche haben bei einer Wiederholung bereits keine Energie mehr, andere halten es zehn Wiederholungen aus, bis sie nicht mehr können. Wichtig ist nur, dass das Gegenüber begreift, dass man es nicht persönlich meint.

Mit diesem Artikel wollte ich nur erklären, dass Helfen auch seine Grenzen hat. Dann, wenn es zur eigenen Belastung wird, sollte man gehen, weil man sonst an einen Punkt kommt, wo man sich gegenseitig noch schneller abwärts zieht. Zu einem positiven Gespräch gehören positive Energien. Sind diese auf beiden Seiten nicht mehr vorhanden, bringt die Diskussion einfach nichts mehr. Das könnte auch der Grund sein, warum Versöhnungssex so gut funktioniert und im Endeffekt, die Energie wieder erhöht. 😉 Teste es einmal in der Praxis. Zieh dich zurück, wenn es dir zu viel wird. Wir sind gerne Mülleimer unserer Freunde, doch irgendwann ist auch dieser voll und muss entleert werden.

1 Comment

  1. Sina

    13. April 2017 at 15:56

    Opferrolle sag ich da nur. Manche möchten in dieser Haltung verharren, weil sie im Laufe ihres Lebens erfahren haben, auf diese Weise am meisten Aufmerksamkeit zu erlangen. Solange sie diese Falle des Jammertals selbst nicht erkennen, bleiben Kranke ewig krank, Depressive ewig leidend, Arme ewig arm. Klar im Akutfall nimmt man Anteil, aber fortlaufend nehme ich Abstand und wenn ich mir das Gejammer nicht mehr anhören kann, dann sage ich das auch laut: Du armes Opfer!

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