Wer fragt – der zweifelt oder wie man nicht loslässt

Von allen Seiten hören wir – Lass los, lass es fließen, genieße dein Leben. Diese Aussagen kommen sogar von Kartenlegern, die wöchentlich Karten legen und eigentlich genau das Gegenteil damit tun. Was hat Fragen mit loslassen zu tun und warum sind Fragen im Spirituellen so Tabu?

Die Frage an sich ist nicht böse und nicht negativ. Eine Frage ist in erster Linie neutral. Karten und Orakelspiele sind auch neutral, je nach dem was wir damit machen und wie wir es umsetzen. Als Kind lehrte man uns, dass wir viele Fragen stellen dürfen, weil wir so jede Menge lernen und Antworten auf die wichtigsten Lebensthemen bekommen.

Und ja, es tat uns gut. Aber warum?

Damals gingen wir nicht zu Tante Emma und fragten diese, warum es Mami so schlecht geht. Als Kind konfrontierten wir direkt die Mutter und bekamen unsere Antwort. Je älter wir wurden, desto mehr Angst und Scham bekamen wir gewisse Dinge direkt anzusprechen. Kinder haben kein Problem damit. Sie tun es einfach und bekommen ihre Antwort auf dem Silbertablett serviert. Natürlich gab es auch Kinder, die in nicht so guten Elternhäusern aufwuchsen und ständig weggeschickt wurden. Keine Frage. Sowas gibt es auch. Aber nehmen wir einfach an, du bist normal groß geworden und bekamst deine Antworten.

Wir fragen immer noch und wollen alles wissen

Alles wissen zu wollen ist ein Problem der Menschen. Wir können nicht schlafen, solang wir nicht wissen, ob die Ratenzahlung der Bank genehmigt wurde oder ob der Traummann nun wirklich in einen verliebt ist. Uns quälen die Fragen, der Fragen Tag ein, Tag aus. Ich selbst hatte Jahre lang das Problem, wo es mir finanziell nicht gut ging. Kam eine größere Rechnung, konnte ich erst dann schlafen, wenn die Firma mir quasi einen Aufschub gab oder eine Ratenzahlung anbot. Doch eines weiß ich heute, das ganze Nachdenken und Grübeln hat zu nichts geführt. Es hat absolut nichts geändert, außer, dass ich meine Lebenszeit dafür aufopferte.

Wir dürfen immer noch Fragen stellen, um unseren Wissensdurst zu stillen. Wir können Google fragen, wie viele Einwohner Uluru hat und wieviel Britney Spears abgenommen hat. Alles kein Problem. Fragen, die uns brennend interessieren werden beantwortet und das sofort.

Es gibt jedoch Fragen, von denen wir uns distanzieren sollten. Und das sind, dreimal dürft ihr raten: Fragen wie „Was denkt er/sie?“, „Was will er/sie?“, „Liebt er/sie mich?“, „Wann trennt er/sie sich?“ Das sind sie, die berühmtesten Fragen aller Fragen. Egal, ob in Spiritkreisen oder bei Menschen, die absolut nicht an so etwas glauben. Diese Fragen beschäftigen fast alle Menschen und das täglich. Es geht immer nur um das, wann meldet er sich, wie lange bin ich noch Single, finde ich überhaupt einen Partner etc. etc. Ihr wisst schon was ich meine.

Ein natürlicher Wunsch, weil wir Menschen irgendwie dazu da sind um uns fortzupflanzen. Gepaart mit den Einfluss, der Medien, die uns in Jugendtagen darüber informieren, dass wir unbedingt einen Partner brauchen. Natürlich fühlt man sich schlecht als 16 Jährige, wenn die 12 Jährigen mittlerweile schon das 10 Mal hinter sich haben und sexuell frustriert sind, damit zum Dr. Sommer Team gehen und ihre sinnvollen Antworten bekommen. Hier führen „Fragen“ der anderen sogar zur Frustration im eigenen Leben.

Dann kommen noch die vielen Tanten hinzu, die endlich ein Kind sehen und zur Hochzeit eingeladen werden möchten. Dieser künstliche Druck der Gesellschaft sorgt ferner dazu, dass wir uns diese Fragen immer und immer wieder stellen. Antworten wie „Irgendwann findest du den richtigen“, lässt die innere Uhr nicht gelten. Man wird ja schließlich nicht jünger und möchte Kinder haben. All diese Fragen hatte ich auch, doch ich stelle sie nicht mehr.

Im Fluss des Lebens sein, bedeutet, das anzunehmen was kommt und sich nicht ständig zu fragen, wann es kommt und wer kommt. Mit Anfang 20 wollte ich unbedingt ein Kind haben, Mit 27 wurde meine große Liebe schwanger und ich hätte bereits eine Familie gehabt, der ich Jahre lang nachtrauerte.

Im April werde ich 35 und ich bin glücklich, egal ob mit oder ohne Kind. Ich sagte mir immer, wenn ich wirklich dass Bedürfnisse habe, wird es eine Chance geben oder ich adoptiere eines. Möglichkeiten gibt es mittlerweile viele, wenn der Wunsch wirklich so groß ist. Einen Partner brauch ich hierzu nicht wirklich. Ich gehe einen Partnerschaft ein, weil ich ihn liebe und nicht, weil ich unbedingt ein Kind haben will.

Sicher an manchen Tagen des Monats, spielen auch meine Hormone verrückt oder wenn wieder einmal der Vollmond tagt oder irgendwelche Energien im Spiel sind. Auch ich jammere da und stell mir gewisse Fragen, aber dies sollte die Ausnahme sein.

Deswegen interessieren mich auch Fragen nicht mehr. Wann meldet sich Person XY, wann trennt sich Person XY etc. Das Leben hab ich mir so ausgesucht, und ich werde XY dann treffen, wenn ich meine Aufgaben erledigt habe. Und ich glaube eine der wichtigsten Aufgaben ist nach wie vor das Loslassen. Wir lügen uns immer an und sagen wir lassen alle perfekt los. Doch wer täglich grübelt lässt nicht los. Es ist so einfach zu verstehen. Ich erinnere mich Anfang 20, war ich total gut im Loslassen. Damals auch in einen Mann verliebt, konnte ich das wunderbar üben. Zuerst tat sich nichts, er verschwand sogar ein halbes Jahr. Ich sagte dann eines Tages aus dem Herzen raus

„Ich lass dich los, und wünsche mir, dass du jemand findest, mit dem du glücklich wirst, mit wem auch immer, wann auch immer“

Ich weinte und sprach es zum Himmel – 2 Tage später rief er mich an, nach einem halben Jahr. Seit dem weiß ich was loslassen bedeutet, wie es sich anfühlt. Loslassen heißt auch, dem Universum, der Liebe zu vertrauen. Loslassen heißt, nicht ständig Fragen stellen, nicht ständig Orakelvideos gucken – wo Woche für Woche gefragt wird. „Wann meldet er sich?“. Probiert es mal 3 Wochen aus, nichts über das Thema Dualseele zu lesen oder zu diskutieren. Ihr werdet euch wie befreit fühlen.

Orakel für eine besondere Zukunft

Weil man mir vorwirft, ich habe allgemein etwas gegen Orakel und das Kartenlegen. Nein, das hab ich nicht. Ich wiederhole mich zum hundertsten Mal. Ich mag es nicht, wenn die Karten dazu benützt werden, anderen Menschen Hoffnung zu machen, und andere zu „halten“ statt beim Loslassen zu helfen. Karten und Orakel sind wunderbar um Fragen zu beantworten, wie man im eigenen Leben weiter kommt, falls es irgendwie nicht weiter geht. Das Orakel offenbart quasi dein Navigationssystem bildlich und du kannst dich an dem Orientieren.

Bsp: Um eine Karmauflösung zu machen, um gewisse Dinge schneller zu finden, um herauszufinden, wo deine Angst her kommt. Fragen, die DICH betreffen liegen im Kartenbild für dich bereit und damit kannst du arbeiten. Doch auch hier empfehle ich nur Dinge zu fragen, die du im Moment ändern kannst. Oder du fragst zum Beispiel. Was passiert, wenn ich Weg XY gehe, was wäre die Lösung. Du hast ein unsicheres Gefühl, wegen deiner Firma oder so und die Karten bestätigen dies. Dann gehe den anderen Weg. Für sowas sind Karten wunderbar geeignet. DU kannst handeln, DU kannst deinen Weg gehen und ihn verändern. Fragen wie, „Was denkt er?“, machen dich nur wahnsinnig und werfen dich zurück.

Vom Teenagerdenken zum bewussten Menschen

13 Jahre alt und frisch verliebt. Wer zupfte damals nicht die Blumen und hofft darauf, dass die Antwort „Er liebt mich“ ist. Doch mittlerweile wissen wir alle, wenn wir gewisse Menschen nicht direkt auf Dinge ansprechen, bleiben wir in der Schwebe. Es gibt einfach nur zwei Möglichkeiten, eine Frage zu lösen. Entweder, den Menschen damit konfrontierten oder dem Universum vertrauen. Wenn du vom Kartenleger erfährst, dass er dich liebt, dann ist das wunderschön, dann vertraue darauf und leb dein Leben.

Warum brauchst du 20 andere, die das bestätigen und warum benötigst du diese Bestätigung täglich? Weil du nicht vertraust. Weil es keinen irdischen Beweis hierfür gibt. Der einzig irdische Beweis ist, wenn du den Typen darauf ansprichst. Das tat ich öfter und bekam oft eine Abfuhr, doch mein inneres sagte mir, da ist Liebe. Nur Liebe ist nicht gleich Beziehung. Liebe bedeutet nicht, dass diese Menschen sofort ihr altes Leben aufgeben und sofort auf Wolke 7 daher schweben.

„Wir leben nicht im Märchen, sondern in der Realität. Beziehungen und wahre Liebe sind zwei paar Schuhe, die erst einmal zusammenwachsen müssen.“

Ich interessiere mich sehr für Filme, schreibe ja selbst Drehbücher und liebe Sitcoms bzw. Serien. Hollywood ist realer als wir denken. Ich sag nur „How I met your mother“. Eine Serie, die mehr Tiefgang hat, als man denken würde. Sie verlieben sich in der ersten Folge und kommen zusammen, nach dem seine Frau, die er die ganze Serie lang gesucht hat, verstorben ist. Gilmore Girls. Luke und Lorelei gehören seit der ersten Folge zusammen und haben jetzt erst in der Reunion geheiratet. Friends: Ross und Rachel lieben sich, trennen sich und kommen erst am Ende zusammen. Dazwischen Partner ohne Ende, Verwirrungen und falsche Entscheidungen, doch die Liebe überdauerte das alles. Sie alle haben los gelassen und das Leben so genommen, wie es ist. Nicht gewartet, nicht den Kartenleger gefragt und sie sind allesamt nicht verzweifelt.

Von diesen Charakteren können wir alle lernen. Wahre Liebe überdauert alles und wahre Liebe bleibt, egal ob man sich Jahre lang nicht sieht, hört oder spricht. Wahre Liebe kommt, wenn sie kommen soll und dazu müssen wir nichts tun. Und wenn wir uns am meisten lieben, dann gönnen wir uns die schönsten Momente ever, ohne dass wir immer darüber nachdenken, wer uns am glücklichsten macht – Der Mensch Nummer 1, der uns am glücklichsten macht sind nämlich WIR selbst.

NAMASTE

Caroline

 

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